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5 essentielle Tipps für eine natürliche Geburt

18. Mai 2020

Was du wirklich für deine natürliche Geburt tun kannst!

Du wirst Mama oder Papa? Wie wunderbar. Du wünscht dir eine natürliche Geburt? Und fragst dich, ob du einen Einfluss darauf hast, wie dein Kind geboren wird? Die Antwort ist Ja. Ich bin bereits seit 8 Jahren Hebamme und habe viele Paare auf ihrem Weg zur Geburt und währenddessen begleitet. Außerdem habe ich selbst zwei Kinder natürlich geboren. Hier gebe ich dir in 5 essentiellen Tipps mein Wissen darüber, wie du als werdende Mama oder werdender Papa die besten Voraussetzungen für eine natürliche Geburt schaffst.

Natürliche Geburt Tipp 1: Vertrauen

Für viele werdende Eltern ist die Ungewissheit nur schwer zu ertragen. Wann geht es los? Wie wird es sein? Schaffe wir das? Das Universum stellt uns hier vor die Aufgabe loszulassen und zu vertrauen. Gar nicht so einfach, oder? Vielleicht hast auch du, liebe werdende Mama, lieber werdender Papa, Angst die Kontrolle zu verlieren? Wir leben in einer Gesellschaft, in der wir fast alles berechnen und planen können und das gibt uns vermeintliche Sicherheit.

Sicher ist, dass nichts sicher ist!

Keiner kann uns im Vorhinein sagen, wie es wird oder wann es losgeht. Wir sind alle eigene Individuen und jeder empfindet eine Geburt auf seine Art. Ich halte es für sehr wichtig, gerade in der Schwangerschaft, zu lernen uns hinzugeben. Beide, Frauen und Männer müssen jetzt lernen vertrauen in den Körper der Frau zu haben. Und zudem in den, von der Natur, perfekt augeklügelten Prozess der Geburt.

Der weibliche Körper ist dafür gemacht ein Kind auszutragen, zu gebären und es sogar noch lange Zeit zu ernähren. Du, liebe werdende Mama, trägst alles in dir, was du brauchst. Sollte es dir gar nicht gelingen in der Schwangerschaft die Kontrolle immer mehr loszulassen und zu vertrauen, dann empfehle ich dir, dir Hilfe zu holen. Wenn bestimmte Ängste zum Thema Geburt ständig in deinem Kopf herumschwirren, dann sorge gut für dich. Hilfe bekommst du beispielsweise bei der Hebamme, dem Heilpraktikern oder auch dem Psychologen. Mir hat damals Hypnose wunderbar geholfen, um meine Ängste, bezüglich der Geburt zu lösen. Die Psyche ist einer der einflussreichsten Faktoren unter der Geburt.

Natürliche Geburt Tipp 2: Wahl des Geburtsortes

Du bist nicht allein! Ihr werdet unter der Geburt Unterstützung von mindestens einer Hebamme haben. Entscheidend ist, dass ihr dem Fachpersonal vertraut und diese an eurer Seite sind. Also ganz große Empfehlung an dieser Stelle: Wählt euren Geburtsort mit Bedacht und möglichst frühzeitig aus. Wirklich wichtig ist nicht, ob ihr einen möglichst kurze Anfahrt habt. Viel wichtiger ist, wie der Betreuungsschlüssel des jeweiligen Geburtsortes ist und, ob die Geburtshilfe dort zu euren Vorstellungen von einer Geburt passen.

Hört euch dazu gern einmal Erfahrungsberichte von Freunden, Fachpersonen oder im Internet an. Auch die Statistiken der Geburtseinrichtungen zum Thema Einsatz von Schmerzmedikationen, Anzahl der Spontangeburten oder Kaiserschnittraten, sagen viel über die jeweilige Geburtshilfe aus. Zudem könnt ihr euch auf einem Infoabend noch einen genaueren Eindruck holen. Studien zeigen ganz deutlich, dass eine Geburt sehr stark von der Betreuungssituation abhängt. Ist eine vertrauensvolle Hebamme während der Geburt präsent an der Seite eines Paares, berät sie und redet ihnen gut zu, dann ist der Schmerzmittelbedarf und auch die Kaiserschnittrate sehr viel niedriger.

Natürliche Geburt Tipp 3: Klare Kommunikation

Ich empfehle euch darüber zu sprechen, ob du, als werdender Papa bei der Geburt dabei sein möchtest und ob du, als werdende Mama das auch willst. Unserer Erfahrung nach ist die Geburt ein wunderbares, stärkendes Erlebnis für alle Beteiligten, auch wenn es unbestritten anstrengend ist. Dennoch muss es sich nicht für jeden richtig anfühlen, die Geburt gemeinsam zu durchleben. Erzählt euch eure Ängste und Sorgen. Überlegt bei Unsicherheiten, ob ihr ein Backup, also z.B. eine Freundin, für dich werdenden Papa organisiert. Diese kann dich ablösen, wenn du mal eine Pause brauchst.

Ihr gebt euren eigenen Willen auch nicht an der Kreissaal- oder Geburtshaustür ab. Setzt euch für eure Interessen und die eures Kindes ein. Natürlich schon in der Schwangerschaft aber erst recht unter der Geburt. Dafür ist es gut bereits in der Schwangerschaft ein paar Informationen einzuholen, z.B. zu der Wirkung von Schmerzmitteln oder Ähnliches. Diese bekommt ihr beispielsweise in einem Geburtsvorbereitungskurs. Sage, was du willst und was du nicht willst und frage nach. Sowohl als werdender Papa als auch als werdende Mama. Du kannst vieles davon auch schon im Anmeldegespräch beim jeweiligen Geburtsort ansprechen.

Natürliche Geburt Tipp 4: Ein gesunder Körper

Ein gesunder Körper ist die Grundvoraussetzung für eine natürlichen Geburt. Daher kannst du als werdende Mama darauf achten, dass du dich gesund ernährst und etwas für deine Fitness tust. Hier sollte jeder das tun, was ihm gut bekommt z.B. größere Spaziergänge oder Schwimmen.

Das Becken sollte gerade zum Ende der Schwangerschaft besonders im Fokus stehen und möglichst beweglich sein. Hierfür empfehle ich dir, z.B. einen Termin beim Osteopathen auszumachen. Dieser kann dein Becken von Spannungen und Blockaden befreien. Des Weiteren können wir Übungen machen, um unser Becken gut durchzudehnen, hierzu eignen sich s.B. viele Yogaübungen. Ein bewegliches Becken begünstigt logischerweise eine naürliche Geburt. Dein Kind muss sich, während der Geburt, durch dein Becken hinaus bewegen und dieses muss sich weit öffnen. Die Knochen müssen beweglich sein, um Platz zu schaffen und die Bänder sollten geschmeidig und gut gedehnt sein, um an passender Stelle locker zu lassen.

Du, als werdender Papa, kannst natürlich auch gern auf eine gesunde Ernährung und Bewegung achten. Dein Energiehaushalt ist schließlich unter der Geburt und natürlich auch in der Zeit danach sehr stark beansprucht. Du wirst gebraucht!

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Natürliche Geburt Tipp 5: Bewegung und Atmung

Damit du eine natürliche Geburt erleben kannst, ist Bewegung unumgänglich. Leider wird uns in den Medien, besonders in Filmen, immer wieder suggeriert Geburten fänden im Liegen, möglichst mit den Beinen nach oben statt. Dies ist absolut unnätürlich und komplikationsfördernd. Schauen wir uns Naturvölker an, sehen wir, dass hier meist nicht ein einziges Kind in Rückenlage geboren wird. Diese Frauen bewegen sich nach Gefühl im Rhytmus der Geburt. Hier kommen die Kinder in der Hocke, im Vierfüßlerstand oder im Stehen zur Welt. Langsam nähert sich die Geburtshilfe in unseren Industrieländern auch wieder mehr der für uns natürlichen Geburt an. Tipp: Schaue dir Videos von TIergeburten an, diese geben einen sehr viel natürlichen Blick auf den Geburtsverlauf.

Aufrechte Gebärhaltungen fördern den Fortschritt der Geburt, denn wir arbeiten mit der Schwerkraft. Zudem ist dein Becken durch wechselnde Positionen immer wieder in Bewegung, was wiederum eine große Hilfe für euer Kind ist. Denn so kann das Köpfchen sich mit der Bewegung des Beckens Richtung Ausgang bewegen. Hinzu kommt, dass aufrechte Gebärhaltungen weniger Geburtsverletzungen provozieren. Die Männer können ihre Frauen sehr gern in allen möglichen Positionen halten und stützen, so wie es sich für alle gut anfühlt.

Zusätzlich zu der Bewegung ist die Atmung essentiell. Unter der Geburt geht es hauptsächlich um eine tiefe Bauchatmung und auch Töne sind für viele Frauen mit der Atmung sehr angenehm. Es ist also sehr wichtig die Bauchatmung in der Schwangerschaft zu trainieren. Manchmal haben wir die Tendenz bei Schmerzen die Luft anzuhalten. Dies führt zu Spannungen und diese wiederum können den Geburtsprozess hindern. Atme daher tief mit den Wehen mit und achte auf eine lange Ausatmung. Dann versorgst du deinen ganzen Körper und natürlich auch euer Kind mit Sauerstoff. Dies hilft deinen Muskeln gut und lange mitzuarbeiten und gewährleistet eine gute Versorgung eures Kindes. Zudem wird der Wehenschmerz erträglicher. Hier bist auch wieder du als werdender Papa gefragt, denn das Voratmen oder gemeinsame Atmen ist für viele Frauen sehr hilfreich.

Verknüpfen wir also Bewegung und Atmung, wie dies beispielsweise auch beim Yoga gemacht wird, schaffen wir eine super Voraussetzung dafür, dass unser Kind gut durchs Becken gleiten kann. Natürlich darfst du dich hinlegen und ausruhen und wenn sich die Rückenlage für dich als passende Position für die Endphase der Geburt herausstellt, dann ist das absolut in Ordnung.

Dies sind meine 5 essentiellen Tipps für euch. Ihr seht, ihr seid keinesfalls hilflos dem Prozess der Geburt ausgeliefert. Ihr habt es zu einem großen Teil selbst in der Hand. Also rein in die Selbstverantwortung und los gehts! Ich wünsche euch viel Kraft, Freude und Vertrauen für eure Geburt.

Auf einen kraftvollen Geburtsflow!

Von Herzen, Eure Merle

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