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Die richtige Ernährung für deine ganze Familie

22. Juli 2020

Du spürst, dass du oft nicht das isst, was gut für dich ist? Fragst du dich wie du besonders deine Kinder möglichst ausgewogen ernähren kannst und willst auch dich gesünder ernähren, um mehr Power im Alltag zu haben? Du fühlst dich morgens, trotz genügend Schlaf, nicht ausreichend erholt? Erfahre in diesem Artikel, wie die richtige Ernährung für deine ganze Familie sein sollte.

Wie sah die Ernährung unserer Vorfahren aus?

Unsere Vorfahren waren Jäger und Sammler. Sie ernährten sich von dem, was die Natur hergab. Sie lebten in einer Umwelt, welche von Angriff und Flucht geprägt war. Oft wurden Tiere tagelang verfolgt. Unsere Vorfahren haben viel mehr Energie verbrannt, als wir heutzutage und die Energiedichte des Fleisches gab ihnen schnell notwendige Energie. Ansonsten haben sie noch Nüsse, Beeren und Samen zu sich genommen. Sie haben sich saisonal, regional und biologisch ernährt. Später wurden unsere Vorfahren sesshaft und bauten Obst und Gemüse selbst an. Dann kamen noch Viehaltung und Getreideanbau hinzu.

Mythos Getreide, Brot und Kohlenhydrate

Eben dieses Getreide enthält einen sehr hohen Anteil an Kohlenhydraten. Kohlenhydrate haben sich in unserer Kultur im Essensalltag völlig integriert. Brot oder Nudeln stehen bei dir wahrscheinlich täglich auf dem Speiseplan. Diese lassen allerdings den Blutzuckerspiegel steigen, da sie unter Insulineinsatz verstoffwechselt werden. Die großen Mengen an Glukose, welche hierbei entstehen, können sich in den Blutgefäßen ablagern. Dies passiert auch, wenn die kohlenhydratreichen Produkte keinen zugesetzten Zucker beinhalten. Eine hohe Gewichtung an kohlenhydratreichen Lebensmitteln, hat sich über die letzten 200 Jahre in unserer Gesellschaft etabliert. Durch den Lebensstil der Industrieläner, haben wir uns von der ursprünglichen, von der Natur vorgesehenen Ernährung zuhnehmend entfernt. Wir essen überwiegend aus Appetit aber nicht mehr, weil wir Hunger haben.

Die heute übliche Ernährung raubt uns Energie und der Nährstoffgehalt in Lebensmitteln sinkt stetig

Aus eigener Erfahrung mit meinen zwei kleinen Kindern weiß ich, dass es nicht immer so einfach ist, die richtige Ernährung für die ganze Familie im Alltag zu etablieren. Im Prinzip kommt jeden Tag etwas dazwischen, was auf die richtige Ernährung in der Familie erschwerend einwirken kann. Dabei ist es vorprogrammiert, dass dein Energielevel nach und nach sinkt, weil deine Mineralstoffdepots immer leerer werden. Die Konzentration deiner Vitamine und Spurenelemente fällt ebenso ab. In der Regel achtest du nicht darauf, diese wieder angemessen aufzufüllen.

Zum Einen läuft dieser Prozess schleichend ab – du merkst es lange Zeit nicht, bis du irgendwann völlig ausgelaugt bist – und zum Anderen haben unsere Nahrungsmittel heutzutage oft nicht mehr die ursprünglichen Nährwerte, weil die Böden ausgelaugt sind und viele Pestizide beim Anbau verwendet werden. Zudem haben wir lange Transportketten, auf denen unsere Lebensmittel immer mehr Nährstoffe verlieren. Dein Tank wird also auch bei einer ausgewogenen Ernährung heutzutage nach und nach leerer, bis du auf Reserve läufst.

Vermeide Nährstoffräuber

Zusätzlich gibt es auch noch Nährstoffräuber, wie raffinierten Zucker, der heute in verschiedenen Bezeichnungen (Zucker, Glucose, Saccharose, Dextrose, Maltose usw.), fast allen Lebensmitteln mit zugesetzt wird. Neben Zucker entziehen Alkohol, Rauchen und Stress unserem Körper immer mehr Nährstoffe. In der Folge kannst du dich dann gegebenenfalls nicht mehr gut konzentrieren, bist schnell gereizt oder einfach ständig nur müde. Du nimmst das dann so hin, weil du vielleicht denkst, dass sei halt so, weil du viel um die Ohren hast. Du kommst vielleicht gar nicht auf die idee, dass dein Befinden etwas mit deiner Ernährung oder Mangel an Vitalstoffen zu tun haben könnte.

Dein Körper versucht ggf. mit Heißhungerattacken einem Nährstoffmangel entgegenzuwirken und bewirkt meist das Gegenteil. Fehlt dem Körper z.B. das Spurenelement Zink, dann sendet das Gehirn, ich brauche diesen. Das Gehirn weiß aber nicht, in welchem Lebensmittel nun genau Zink enthalten ist. Dann wird oft zur Kompensation schnell etwas zuckerhaltiges oder salziges gegessen. Diese Lebensmittel regen allerdings unser Suchtzentrum im Gehirn an , wir können gar nicht mehr aufhören und essen dann gleich die ganze Tafel Schokolade.

Es gibt heute übrigens sehr gute Alternativen zum Industriezucker. Hierzu zählt insbesondere die Dattel oder der Birkenzucker. Hierzu bin ich auch in unserem Artikel Darmgesundheit detailliert eingegangen. Willst du mehr dazu wissen? – Klicke hier.

Fit durch den Alltag auch mit kleinen Kindern

Der Alltag, besonders mit kleinen Kindern, ist extrem anstrengend. Es zählt ganz sicher zu den anspruchsvollsten, kräftezehrendsten und wunderbarsten Aufgaben der Welt. Unsere Kinder verlangen und verdienen unsere ganze Kraft und Aufmerksamkeit. Es ist daher essentiell, dass wir kraftvoll, fit, präsent und wach im Alltag mit ihnen sind. Ja klar, wirst du jetzt wahrscheinlich denken. Aber wie soll ich das schaffen? Morgens eine halbe Stunde Yoga, Mittags eine halbe Stunde Mittagsschlaf und Meditation und Abends nach dem Kinder ins Bett bringen noch angeregte Gespräche mit dem Partner zu führen. Die Realität sieht doch in den meisten Familien anders aus. Wir kümmernuns rund um die Uhr um unsere Kinder, Zeit für uns findet gar nicht statt oder nur sehr begrenzt, geschweige denn von gemeinsamen Zeiten als Paar. Unsere Energiespeicher werden immer leerer. Die Folgen sind, dass wir schnell gerreizt sind, erschöpft, kommen morgens schwer aus dem Bett, fallen abends nur noch müde vor die Glotze und haben Gelenk- und Rückenschmerzen.

Die Ursache hierfür liegt sehr häufig an der ungenügenden Versorgung mit Vitalstoffen. Wie oben schon erwähnt, bieten selbst die biologischen Lebensmittel heute nicht mehr den Nährstoffbedarf, den sie ursprünglich einmal enthalten haben. Hinzu kommt der stressige Familienalltag, der unserem Körper wiederum Vitalstoffe entzieht. Und nicht zu vergessen, die ungenügende Versorgung unseres Körpers mit regelmäßigen ausgewogenen Mahlzeiten. Stress, Hunger und Vitalstoffmangel werden dann mit Schokolade, Kaffee oder ähnlichem kompensiert. Dies entzieht uns weitere Nährstoffe und wertvolle Energie.

Wir haben es geschafft!

Für uns gehört all dies der Vergangenheit an. Wir haben inzwischen wieder einen regenerationsreichen Schlaf, fühlen uns trotz unterbrochener Nächte (wie nunmal üblich mit kleinen Kindern) morgens wach und ausgeruht. Wir gehen fit und schmerzfrei durch den Alltag und haben sogar abends noch genug Power, um wichtige Dinge zu erledigen oder uns den Dingen zu widmen, die uns neben unserem Elterndasein Erfüllung bieten. Und was super toll ist, es lässt sich mega einfach in den Alltag mit kleinen Kinder integrieren! Willst du mehr dazu erfahren? Schreibe es uns gern in die Kommentare oder eine email an info@familienflow.de!

Du bist das Vorbild für dein Kind

Dein Baby braucht dich und am liebsten hat es eine fitte energiegeledene Mutter oder einen kraftvollen Vater.

Du bist ein Vorbild für dein Kind. Dein Kind schaut sich so ziemlich jede verhaltensweise und Gewohnheit von dir ab. Entsprechend wird es irgendwann genau nach dem Verlangen, was du vor seinen Augen isst. Ist du also ungesundes Zeugs und dein Kind kriegt auch immer wieder etwas davon auf den Teller, dann wird es wahrscheinlich ein Verlangen nach diesen und ähnlichen Dingen entwickeln. Dadurch können bereits im Säuglingsalter Abhängikeiten nach bestimmten Speisen ausgebildet werden. Dein Kind wird auf die Nahrung konditioniert und diese Konditionierung kann sich fest etablieren. So kann es sein, dass Fressattacken auf diesen frühkindlichen Prägungen basieren. Ein gewisses Essverhalten, kann dann z.B. nicht mit einem bewußten Erklärungsansatz präzise begründet werden.

Deinem Kind und dir wird es auch nicht helfen, wenn du bei speziellen Nahrungsmittel sagst: „Das ist nur etwas für Erwachsene, oder jenes ist ungesund“ Das wird dein Kind so nicht verstehen und irgenwann von sich denken können, dass es in irgendeiner Art und Weise falsch ist. Und die Nahrungsmittel, welche als verboten gelten, sind dann für dein Kind ganz besonders begehrenswert.

Das richtige Getränk

Nimm genügend Flüssigkeit zu dir. Aber welches Getränk ist hier sinnvoll und wie kann diese die richtige Ernährung für die ganze Familie unterstützen? Meide zu viel Kaffee, zuckerhaltige Softdrinks und zu viel Saft. Trinke möglichst wenig bis keinen Alkohol. Denn dieser kann sich zu einem Suchtverhalten entwickeln und zieht viele Nährstoffe aus deinem Körper.

Ein essentieller Faktor ist Wasser! Wir bestehen zu zwei Dritteln aus Wasser. Daher ist es nur logisch, dass wir ausreichend trinken, um unseren Wasserhaushalt im gesunden Gleichgewicht zu halten. Z.B. können immer wiederkehrende Kopfschmerzen und Müdigkeit auf einen Mangel an Wasser hinweisen. Bedenke jedoch, Wasser ist nicht gleich Wasser, es kommt auf die Qualität an! Wasser aus Plastikflaschen enthält viele Schadstoffe und auch in Glasflaschen ist die Wasserqualität oft mangelhaft. Unser Leitungswasser enthält ebefalls viele Schadstoffe, wie z.B. Pestizide aus der Landwirtschaft, viele Medikamentenrückstände, Hormone, Aluminium usw. Daher sind Wasserfilter heutzutage essentiell!

Außerdem ist die ursprüngliche Wasserstruktur, welche so wertvoll für unsere Körperzellen ist, in fast allen Wasserarten komplett zerstört, welches u.a. auf den hohen Druck in Wasserleitungen zurückzuführen ist. Die ursprüngliche Anordnung der Wassermoleküle ist nur in Quellwasser zu finden. Diese kann z.B. mit Hilfe von Quellwasseraufsätzen auch im Leitungswasser wieder hergestellt werden. Richtig aufbereitetes Wasser hilft deinem Körper zu entgiften und kann dich beim Abnehmen unterstützen. Beim Trinken von Wasser werden automatisch mehr Kalorien verbraucht, als aufgenommen.

Die richtige Ernährung für die ganze Familie in 12 Schritten zusammengefasst

Was solltest du nun tun, damit du ernährungsmäßig auf einem guten Energieniveau bleibst bzw. dieses wieder erlangst?

  1. Achte auf deine Ernährung und mache dir klar, was du dir alltäglich einverleibst.
  2. Esse viel Obst und Gemüse, Kräuter, Saaten, Wurzeln und Knollen
  3. Verwende nach Möglichkeit Lebensmittel aus biologischem Anbau.
  4. Achte auch auf bestmögliche Regionalität und Saisonalität. So kannst du mithelfen, Ressourcen zu schonen und die Landwirtschaft in deiner Region zu fördern. Und esse vielseitig, damit du möglichst viele verschiedene Vitamine, Mineralien und Spurenelemente zu dir nimmst.
  5. Meide größtenteils Süßigkeiten und Fertigprodukte und Alkohol. Diese enthalten Zucker und entziehen dem Körper Nährstoffe, dazu zählt natürlich auch das Rauchen.
  6. Wenig Getreide, möglichst keine Weißmehle, sondern hauptsächlich Vollkornprodukte.
  7. Wenig Schweinefleisch, dies ist für den menschlichen Körper nicht gut verträglich und ist Ursache verschiedener Krankheiten.
  8. Koche nach Möglichkeit frisch aus mehreren Einzelzutaten
  9. Iss auch immer wieder Rohkost, da hier besonders viele Nährstoffe enthalten sind
  10. Die Einbeziehung der Intuition bei der Auswahl geeigneter und auch wirklich gesunder Lebensmittel kannst du dir wieder ins Bewußtsein zurückholen. Hierbei sind Zucker, Salz und Stärke ausgenommen, denn nach diesen Produkten verlangen wir aus einem Suchtempfinden heraus und nicht weil wir es intuitiv brauchen.
  11. Achte auf Mineralstoffmangelerscheinungen, wie körperliche Schmerzen, poröse Nägel, Haarausfall, Müdigkeit, schlechtes Schlafen usw. und fülle deine Speicher nachhaltig.
  12. Nimm ausreichend gute Flüssigkeit zu dir.

Fazit

Die richtige Ernährung für die ganze Familie ist absolut notwendig für einen harmonischen und kraftvollen Familienalltag. Für eine gesunde Entwicklung der Kinder und dem Unterstützen des richtigen Essverhaltens sowieso. Dennoch wollen wir deutlich sagen, dass auch bei uns immer mal eine Tafel Schokolade im Schrank liegt und wir auch gerne mal ein Stück Kuchen genießen. Es soll hier nicht um den kompletten Verzicht gehen und wir möchten auch niemanden bekehren. Wir möchten nur das Bewußtsein für eine gesunde, ausgewogene Ernährung fördern. Wir möchten informieren und aufzeigen, was überhaupt eine gesunde Ernährung ausmacht.

Leider ist die allgemeine Berichterstattung auch im Bereich Ernährung nur sehr mangelhaft. Dabei ist dieser einer der wichtigsten Faktoren für ein glückliches Leben, denn es geht um unsere Gesundheit. Wer jemals wirklich krank war oder kranke Angehörige begleitet hat, weiß wie stark das gesamte Leben davon beeinächtigt wird und wie dies unsere Lebensqualität beeinflusst. Wie gut, dass wir unsere Gesundheit zu einem beträchtlichen Teil selbst in der Hand haben!

Auf einen gesunden, ausgeglichenen Flow,

Herzlichst, euer Dirk

Baby Blog Gesundheit Schwangerschaft

Der Kaiserschnitt

22. Juni 2020

Wenn Geburten anders laufen als erwartet

Du hast dir so sehr eine natürliche Geburt für dich und dein Kind gewünscht und dennoch musste am Ende ein Kaiserschnitt gemacht werden? Du fragst dich, wie du nun trotzdem die Bindung zu deinem Kind stärken kannst und es gut in dieser Welt ankommt?

In diesem Artikel möchte ich dir einige Tricks und Tipps mitgeben, die du besonders nach einem Kaiserschnitt, aber auch prophylaktisch beachten kannst, damit du und dein Kind gestärkt aus der Geburt hervor gehen!

Der Notausstieg Kaiserschnitt

Es ist ein Segen, dass wir heute die Möglichkeit eines Kaiserschnitts haben. Denn er rettet Leben! Manche Geburt braucht einfach einen Kaiserschnitt, um die Gesundheit von Mutter und Kind gewährleisten zu können. Und das ist doch der größte Herzenswunsch jeder Mama und jedes Papas, dass dein Kind gesund zur Welt kommt.

Häufige Ursachen für hohe Kaiserschnittraten

Dennoch wird in Industrieländern leider viel zu häufig und auch unnötigerweise ein Kaiserschnitt gemacht. Studien zeigen deutlich, dass in vielen Fällen ein Kaiserschnitt umgangen werden könnte. Auf der einen Seite haben wir den wirtschaftlichen Faktor, denn eine Kaiserschnittgeburt bringt sehr viel Geld. Auf der anderen Seite haben wir den Faktor Angst. Die Klagebreitschaft steigt in Industrieländern enorm an, so dass sich der Druck für das geburtshilfliche Personal erhöht. Es kommt dadurch immer wieder schnell zu Interventionen unter der Geburt. Häufige Interventionen, wie Schmerzmittelgaben, Wehenbeschleunigern oder Wehenhemmern erhöhen das Risiko für einen Kaiserschnitt. Und dann sind da noch die Wunschkaiserschnitte, dass heißt, die werdenden Eltern selbst wünschen sich einen Kaiserschnitt als Geburtsform für ihr Kind. Hierfür gibt es die unterschiedlichsten Gründe und sicherlich haben auch diese ihre Berechtigung.

Wandel in den Köpfen

Dennoch zeigt, aus meiner Sicht, gerade die hohe Zahl an Wunschkaiserschnitten, wieviel Angst in unserer Gesellschaft zum Thema Geburt geschürt wird. Einen großen Anteil haben sicher die Medien. In Serien, Filmen und Dokumentationen werden Geburten häufig fern ab von jeglichen natürlichen Geburtsverläufen dargestellt. Wir sehen hier kreischenden Frauen, Panik, Stress und Komplikationen. Hinzu kommt, dass viele Menschen einen Hang zum Drama haben und so manchmal gern die Geschichten über Geburten dramatisiert und damit spannender werden.

Auch die eigenen Mütter erzählen ihren Töchtern oft wie schrecklich ihre Geburten waren. Dies ist häufig der grausamen Geburtshilfe unserer Geburtsjahrgänge geschuldet. Und schließlich entfernen wir uns immer mehr von unserem eigenen Körperbewusstsein und unserer Intuition. U.a. indem wir z.B. ständige Symptombekämpfung machen und bei Kopfweh oder Erkältungen gleich ein Medikament nehmen, anstatt zu schauen wo die Ursache liegt. Vielleicht brauchen wir einfach Ruhe und gehören ins Bett. Dies ist in unser leistungsorientierten Gesellschaft jedoch nicht immer leicht.

Daher ist es, meiner Meinung nach, kein Wunder, dass viele Menschen das Vertrauen in die natürliche Geburt verlieren und mit Angst auf die Geburt ihrer eigenen Kinder blicken. Hinzu kommt, dass viele Menschen auch Angst vor Kontrollverlust haben und deshalb auch die Geburt messbar und planbar sein soll. Ich möchte ganz deutlich sagen, dass es überhaupt keine Schande ist, sein Kind per Kaiserschnitt zur Welt zu bringen. Es gibt sehr gute Gründe dafür. Mir ist dennoch wichtig, dass diese Art der Geburt ein Notausstieg bleiben sollte und nicht einfach eine Alternative zur Spontangeburt.

Was du tun kannst, wenn dein Kind per Kaiserschnitt geboren wird

Studien zeigen deutlich, dass die Art, wie wir geboren werden einen erheblichen Einfluss auf unser gesamtes Leben hat. Kinder die per Kaiserschnitt geboren werden haben oft Beeinträchtigungen in Bezug auf ihre Bindungsfähigkeit, ihr Immunsystem und ihr Körpergefühl. Aber bitte keine Sorge, auch hier kannst du mit einigen hilfreichen Tricks dein Kind extrem stärken.

1. Bindung stärken

Wichtig ist für alle Neugeborenen, egal wie sie geboren wurden, dass sie nach Möglichkeit sofort Kontakt zu ihrer Mama haben. Das sog. Bonding im OP ist inzwischen schon in einigen Kliniken möglich. Hierbei kommt das nackte Kind auf die nackte Brust der Mutter und bleibt bei ihr. Sollte dies aus irgendwelchen Gründen nicht möglich sein, geht auch die nackte Brust von Papa! Gerade nach einem Kaiserschnitt lasse dein Kind noch einige Tage im direkten Hautkontakt zu dir oder deinem Partner.

Stillen stärkt natürlich zusätzlich die Bindung zur Mutter und die spätere Bindungsfähigkeit. Was nicht bedeutet, dass ein Kind, welches nicht gestillt wurde, nicht in der Lage ist Bindungen einzugehen. Es ist nur eine zusätzliche Hilfe.

2. Körperbewusstsein und Immunsystem Stärken

Ein Besuch beim Osteopathen ist sehr empfehlenswert, da während des Kaiserschnitts sehr viel Zug auf Kopf und Nacken ausgeübt wird. Dies führt oftmals zu Verspannungen bei den Neugeborenen. Zudem kann ein Osteopath auch noch einmal die natürliche Drehung durch das Becken, die es bei einer natürlichen Geburt gemacht hätte, nachahmen. Dies ist super für den gesamten Körper.

Auch eine Babymassage trägt erheblich dazu bei, dass dein Kind im eigenen Körper ankommt und ein gutes Gefühl für diesen kriegt.

Das Immunsystem kannst du besonders durch das Stillen stärken. Es gibt zudem die Möglichkeit direkt nach dem Kaiserschnitt dem Kind einen Lappen mit den mütterlichen Darmkeimen durch das Gesicht zu streichen, denn mit diesen wäre es nach einer vaginalen Geburt direkt konfrontiert und stärkt das Immunsystem nachhaltig.

Du siehst also, auch nach einem Kaiserschnitt kannst du ganz viel tun.

Jede Wehe ist gold wert

Ich höre immer wieder von Frauen, dass sie total enttäuscht sind, dass ihr Kind letztendlich per Kaiserschnitt geboren wurde. Das verstehe ich gut. Aber bitte mache dir bewusst, dass jede Wehe die du mit deinem Kind gemeinsam gemeistert hast, mindestens dein Kind für das ganze Leben stärkt und die Bindung zwischen euch weiter unterstützt hat. Dies ist besonders entscheidend direkt nach dem Kaiserschnitt. Denn während der Wehen wird das Bindungshormon Oxytocin ausgeschüttet und so seit ihr schön vollgetankt damit, wenn ihr dann beim Bonding nach dem Kaiserschnitt zusammen kuschelt.

Also mein Apell an dich: Sei dir bewusst, dass es jede Wehe wert war, da sie dir und deinem Kind so viel Gutes beschert haben.

Was du schon im Vorhinein tun kannst

Zu allererst kannst du dir einen Geburtsort auswählen, an dem eine möglichst natürliche Geburtshilfe betrieben wird. Schau dir die jeweiligen Kaiserschnittraten der Geburtsorte an. Auch die Interventionsraten sind interessant, denn diese sind häufig die Ursache für Kaiserschnitte. So bekommst du auch in Zahlen schonmal einen genaueren Eindruck der vorherrschenden Geburtshilfe vor Ort.

Distanziere dich besonders in deiner Schwangerschaft von Horrorgeburtsgeschichten und schaue dir lieber Geburten von Tieren auf youtube und co an. Oder wirklich gute Videos von Hausgeburten oder Ähnlichem. Hierzu kannst du auch deine Hebamme fragen.

Wie oben beschrieben, sind Wehen vor einem Kaiserschnitt super. Daher bin ein großer Fan davon, geplante Kaiserschnitte erst mit Wehenbeginn zu machen und nicht an einem festgelegten Datum. Dies ist leider immer noch nur in wenigen Kliniken möglich.

Wenn du merkst, dass du große Ängste vor der Geburt hast, hole dir frühzeitig Hilfe, um diese aufzulösen.

Willst du noch mehr Tipps zur Förderung einer natürlichen Geburt bekommen? Dann Klicke hier!

Fazit

Bitte lass dich nicht entmutigen, wenn dein Kind per Kaiserschnitt geboren wurde! Du entscheidest dich für einen bestimmten Geburtsort und am Ende musst du auf die Entscheidungen des Fachpersonals vertrauen. Wobei natürlich deine eigene Meinung immer wichtig ist und du jederzeit nach Alternativen fragen kannst. Es ist nichts verloren, du kannst sehr viel tun, um dein Kind nach einem Kaiserschnitt zu stärken und eure Bindung zu unterstützen. Wie gesagt, manchmal gibt es einfach keinen anderen Weg als den Notausgang.

Wenn du wirklich das Gefühl hast, du wurdest fehlbehandelt, dann gehe ins Gespräch mit dem verantwortlichen Geburtspersonal oder lege Beschwerde ein. Auch das ist dein gutes Recht. Aber ansonsten möchte ich dich dazu ermuntern, es anzunehmen wie es war und nicht dagegen anzukämpfen. Das kostet deine wertvolle Energie. Dennoch ist es manchmal sehr hilfreich die Geburt im Nachhinein noch einmal aufzuarbeiten, ob mit der Hebamme, einem Heilpraktiker oder sonst jemandem. Besonders auch für eventuell noch folgende Geburten. Bei denen du in der Regel alle Chancen auf eine Spontangeburt hast, auch wenn deine erste Geburt ein Kaiserschnitt war.

Meine Vision

Ich wünsche mir das ein Wandel in unserer Gesellschaft zum Thema Geburt passiert. In England beispielsweise ist es im Gesetz festgelegt, dass die Medien zu jedem gezeigten Kaiserschnitt auch eine natürliche Geburt zeigen müssen. Dies fördert schon einmal den natürlichen Blickwinkel auf die vielen Facetten einer Geburt. Wenn wir dann noch anfangen unseren eigenen Kindern vor allem positive Geschichten von Geburten zu berichten und sie in ihrem eigenen Körpergefühl und ihrer Intuition zu bestärken, legen wir einen guten Grundstein für die Geburten unserer Enkelkinder.

Und natürlich muss auch ein Wandel in unserer Geburtshilfe passieren. Der Fokus muss endlich auf aktuelle, große internationale, gute Studienergebnisse gelegt werden und somit sich zurück zum Vertrauen in die natürliche Geburt entwickeln. Dennoch werden Kaiserschnitte auch in Zukunft bei einigen Geburten unumgänglich bleiben. Ich wünsche dir, wenn dein Kind mit dem Notasustieg geboren wurde, dass du Frieden damit finden kannst, denn auch dies ist eine von vielen Arten geboren zu werden!

Auf wundervolle Geburtserfahrungen, auf welche Art und Weise diese auch geschehen mögen!

Von Herzen, Eure Merle