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Gesunder Darm – Gesunde Familienmitglieder – achtsames und gesundes Essen

24. Februar 2020

Der Darm ist bevölkert von Billionen von Bakterien, welche die Funktionalität und die Kommunikation des Darms und zwischen anderen Organen, wie z.B. Gehirn, Stoffwechsel und Hormonen steuern. Fachleute sprechen von einem Mikrobiom, welches sich gemäß aktueller Forschung, als immer wichtiger für unsere Gesundheit, das Immunsystem und unser allgemeines Wohlbefinden erweist. Milliarden von Nervenzellen kleiden das Biom aus. Die Wissenschaft kann bis heute gerade erst Ansätzen der Wirkungsweise und Zusammenarbeit dieser verstehen.

Evolutionsbiologisch ist der Darm älter als unser Gehirn und hat bei unseren Vorfahren den Angst-Flucht- Reflex gesteuert. Man spricht in diesem Kontext auch über Parasympatikus und Sympathikus. In der damaligen Welt waren diese Mechanismen absolut überlebenswichtig. Der Sympathikus ist aktiv im Fluchtmodus, der Magen-Darmtrakt ist komplett inaktiv, da wir beim flüchten keine Zeit für unsere Ausscheidungen haben, sondern es ums reine überleben ging. Der Parasympathikus ist in Entspannungsphasen aktiv, in diesem Modus ist auch Zeit für den Toilettengang und wir verspüren Harn- und Stuhldrang. Zwar erscheinen diese Urmechanismen in unserer heutigen Überflussgesellschaft nicht mehr notwendig zu sein, sind aber dennoch evolutionär in uns veranlagt. Durch den permanenten Dauerstress, der bei vielen Menschen den Alltag dominiert, befinden wir uns überwiegend im Sympathikus, während unsere Jäger und Sammler Vorfahren den aufkommenden Stress z.B. bei der Flucht vor einem wilden Tier, durch viel Bewegung, nämlich das Weglaufen vor dem Tier abgebaut haben, staut sich der Stress in der heutigen Zeit bei uns im Körper, da wir meist einen großen Mangel an Bewegung im Alltag haben und den Stress nicht abbauen können. Da wir kaum mehr in den parasympathischen Modus kommen und zusätzlich viele schlechte Essgewohnheiten haben (z.B. der übermäßige Getreide oder Zuckerkonsum), gerät besonders unser Darm häufig aus dem Gleichgewicht. Dadurch wird unser Verdauungssystem permanent gestresst, wozu sich auch noch diverse Umwelt- und Genussgifte dazugesellen und wir damit unser Immunsystem auf eine harte Probe stellen.

Das Auslösen von Heißhunger wird über viele Faktoren innere und äußere Einflüsse getriggert. Wie ist mein aktuelles Stresslevel? Habe ich Hunger oder bin ich eigentlich schon satt?

In meinem Artikel möchte ich etwas mehr auf den Darm eingehen und aufzeigen, wie man diesen gesund erhalten oder wieder mehr in Balance bringen kann.

Folgenden vier Faktoren sind besonders entscheiden für einen gesunden Darm (Mikrobiom):

  1. ausreichend Schlaf
  2. (möglichst) wenig Stress
  3. achtsames und gesundes Essen
  4. Sport / achtsame Bewegung

In diesem Artikel werde ich mich mit dem achtsamen und gesunden Essen auseinandersetzen.

Das Auslösen von Heißhunger wird über viele Faktoren und innere und äußere Einflüsse getriggert. Wie ist mein aktuelles Stresslevel? Habe ich Hunger oder bin ich eigentlich schon satt? So kann es sein, dass ich aus emotionalen Ursachen heraus, mich mit etwas Essbarem vollstopfe, obwohl ich satt bin, um gewisse Gefühle und daraus herleitende Emotionen zu unterdrücken.

Wenn ich mir meiner Triggerpunkte bewusst werde, dann kann ich mit der Zeit lernen, ob ich wirklich Hunger habe oder auf einen inneren oder äußeren Impuls reagiere, welcher mir vortäuscht Hunger zu haben. Dies ließe sich auch auf Alkohol, Nikotin, Koffein, etc. erweitern, soll an dieser Stelle jedoch fürs Erste nur erwähnt werden.

Manch ein Experte empfiehlt bei Hunger erst ein paar mal tief durchzuatmen und sich zu sammeln. Dadurch kann ein bewusster Umgang mit dem Ursprung des Hungergefühls entstehen und mit etwas Abstand betrachtet werden. Was machen sich für Gefühle und Gedanken in mir breit, wie fühlt sich mein Körper an, wenn ich versuche diesen Prozess bewusst wahrzunehmen?

Reicht es vielleicht aus etwas zu trinken oder brauchen Körper, Geist und Seele vielleicht Ruhe, frische Luft und/oder Bewegung ? Je öfter ich bei Heißhunger diesen “Stoppmodus“ aktiviere, umso leichter fällt mir mit der Zeit auf, was sich für mich richtig anfühlt. So kann auch der Zugang zu meiner eigenen Intuition gestärkt werden oder sogar generell wieder neu entdeckt werden.

Für mich hat sich bei dem Thema rund ums Essen ein ganzheitlicher Betrachtungsansatz entwickelt und entwickelt sich noch immer weiter. Bei mir fängt es schon beim Einkaufen an, aufgrund von Schadstoffen und Pestiziden empfehle ich grundsätzlich das Hauptaugenmerk auf biologisch erzeugte Nahrungsmittel zu legen, welche möglichst unverarbeitet und nicht durch Zusatzstoffe gepimpt oder konserviert worden sind. Als Faustregel gilt für mich: Je weniger Zutaten in einem Produkt, desto besser bzw. gesünder. Im Idealfall kaufe ich frisches Obst und Gemüse und verarbeite diese Zutaten dann zu Hause weiter für leckere Gerichte. Ich finde es beim Einkaufen auch wichtig, sich etwas Zeit dafür zu nehmen und nicht mit Hunger oder total gesättigt durch den Laden zu hetzen. So kann ich schon eine gewisse Achtsamkeit für mein Essen an der Basis legen.

Ich kann zudem auch empfehlen beim Kochen eine schöne Atmosphäre zu schaffen und sich so ein gewisses Ritual zu erschaffen, welches durch Wiederholungen als fester Bestandteil im Alltag etabliert werden kann. Hier kann man auch prima die Kinder miteinbeziehen, so können diese auf angenehme und auch spielerische Art und Weise an das Kochen, den Umgang und die Herkunft des Essens herangeführt werden. Das Essen sollte dann idealerweise achtsam genossen werden. Wichtig für mich ist dabei das Essen nicht im Stehen oder nebenbei in sich hinein zuschaufeln, sondern sich als Grundprinzip erst einmal an den Tisch zu setzen. Das klingt vielleicht trivial, aber ich kann euch aus eigener Erfahrung berichten, dass es für viele Menschen und auch für mich nicht selbstverständlich ist und auch lange Zeit nicht war. Weiterhin sollte beim Essen auch auf Fernseher, Handy, Zeitung, etc. verzichtet werden. So kann ich den Rahmen erzeugen voll und ganz beim Essen zu sein und dieses auch bewusst wahrnehmen. Ich kann bei jedem Bissen die Konsistenz der Speisen ertasten und dem Geschmack nachspüren. Ich kann einfach mal so zählen, wie oft ich kaue und dann runter schlucken. Erst danach nehme ich wieder einen neuen Bissen zu mir. Natürlich gelingt mir dies auch nicht immer, aber immer wieder.

Ich beobachte auch gerne während des Essens meinen Teller und gucke, wie die Komponenten auf dem Teller angerichtet sind. Welche Farben haben die Zutaten und wie fühlen sich diese an und wo kommen sie her und wie wachsen sie eigentlich? Weiterhin finde ich es wichtig für mein Essen auf dem Teller eine gewisse Dankbarkeit zu zeigen und es wertzuschätzen. Wir haben in unserer Familie ein Tischlied gedichtet, welches auch die Dankbarkeit für unser Essen enthält und unsere Lilli singt es mit viel Freude, und fordert es ein, sollten wir Erwachsenen mal nicht daran denken. Durch diese Praktik kommen wir direkt bei der Mahlzeit an und sind dann auch bewusst bei der Sache.

Also Leute, bleibt im genüsslichen Flow und guten Appetit.

Herzlich,

Euer Dirk

1 Kommentar

  • Reply Die richtige Ernährung für deine ganze Familie - Familienflow 22. Juli 2020 at 8:50

    […] Es gibt heute übrigens sehr gute Alternativen zum Industriezucker. Hierzu zählt insbesondere die Dattel oder der Birkenzucker. Hierzu bin ich auch in unserem Artikel Darmgesundheit detailliert eingegangen. Willst du mehr dazu wissen? – Klicke hier. […]

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