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Mann und Vater sein

15. Juni 2020

Kommt Dir das bekannt vor? Du wirst bald Vater und hast manchmal Angst davor, dass deine Partnerin nur noch mit dem Kind beschäftigt ist und dir keine Beachtung mehr schenkt? Doch wie geht eigentlich Mann und Vater sein? Hast du die Befürchtung, dass Du mit deiner Partnerin keine Intimität mehr haben wirst? Es stimmt, dass deine Partnerin zunächst nur Augen für euer neugeborenes Kind hat. Das hat einfach hormonelle Gründe und ist natürlich auch sinnvoll. Zunächst schenkt sie ihre Aufmerksamkeit dem Kind, damit es auf der Welt ankommen kann.

Mann und Vater zu sein ist eine Herausforderung

Aus eigener Erfahrung kann ich nachvollziehen, dass Du Dich als Vater und Mann anfangs etwas überfordert fühlen kannst. Der Säugling ist noch so klein und braucht in erster Linie seine Mama und Deine Partnerin konzentriert sich erst mal voll und ganz auf den Nachwuchs. Da können bei Dir auch schon mal Anzeichen von Eifersucht dem Kind gegenüber vorkommen. Bislang hast Du ja immer die volle Aufmerksamkeit Deiner Frau bekommen und nun wird sie von jetzt auf gleich geteilt und ist erstmal auf euer Baby fokussiert.

Du als Vater musst spätestens jetzt endgültig erwachsen werden und Dich wie ein Mann verhalten. Eifersüchteleien sind oft aus eigenen kindlichen Prägungen entstanden. Es ist wichtig diese nun abzulegen, da sich die Lebenssituation von einer Zweier- in eine Dreiecksbeziehung gewandelt hat. Von nun an ist es, für ein gesundes Miteinander in der Familie, wichtig deine Zuneigung, Hingabe und Aufmerksamkeit auf zwei Menschen zu verteilen. Deine Liebe ist für Dein Kind und Deine Partnerin gleich intensiv, nur mit anderer Empfindung.

Nimm Dir Zeit für Deine Frau

Eine große Bereicherung ist es, wenn Du Dir kleine feste Zeiten als Paarzeit einrichtest. Ein regelmäßiges Zwiegespräch, in welchem beide Seiten die Zeit haben anzusprechen, was ihnen gerade auf dem Herzen liegt ist sehr konstruktiv für die Paarbeziehung. Du kannst dabei ansprechen, welche Dinge oder Umgangsformen Du Deiner Meinung nach zwischen euch verändern möchtest und einen Konsens mit Deiner Liebsten finden.

Die Sexualität zwischen dir und deiner Frau wird sich schlagartig verändern. Das liegt sowohl an hormonellen, als auch an körperlichen Gründen nach der Geburt. Hier müssen wir Männer lernen zurückzustecken, auch wenn es uns aus nachvollziehbaren Gründen, anfangs sehr schwer fällt. Bisher konntest du vermutlich deine sexuellen Bedürfnisse mehrmals pro Woche und spontan ausleben. Hier gilt es für Dich als Mann und Vater die Ruhe zu bewahren. Du musst als Familienvater lernen Deine eigenen Bedürfnisse für einen gewissen Zeitraum hinten an zu stellen. Diese aber dennoch nicht aus den Augen zu verlieren und sie auch in einer ruhigen Minute einmal deiner Partnerin zu schildern, möglichst wertfrei und nicht vorwurfsvoll. Es ist wichtig, dass sie weiß, wie es dir geht und so könnt ihr gemeinsam nach Lösungen suchen. Wenn Deine Partnerin nach der Rückbildung wieder Lust auf Sex verspürt, wird sie Dir ein klares Zeichen geben. Sie braucht auch ihre Zeit für sich, um sich wieder als “richtige“ Frau zu fühlen und zu sehen. Eine offene Kommunikation ist sehr hilfreich und bringt gegenseitiges Verständnis.

Abwarten und kleine Schritte

Wichtig für Dich ist zu erkennen, dass Du nicht denken brauchst, dass Deine Liebste Dich nicht mehr attraktiv oder anziehend finden würde. Es liegt einfach in der Natur der Sache, dass sie nach einer Geburt Zeit braucht, um neben ihrem Muttersein sich auch wieder als Frau zu fühlen. Wenn Du das annehmen kannst, dann wird es Dir wesentlich leichter fallen zu warten. Auf dem Weg dorthin kann ja durchaus auch der ein oder andere Zwischenschritt erfolgen. Du kannst mit Deiner Liebsten Zärtlichkeiten austauschen und kuscheln und auch anderweitig intim werden.

Mit der Zeit wird sich die Familienstruktur in eine gesunde und stabile Basis eingespielt haben, welche die Interessen und Bedürfnisse aller Familienmitglieder mit einbezieht. Ein Kind zu begleiten macht super viel Freude und bereichert euer Leben, obwohl Du viel Verantwortung zu tragen hast und sich einige Abläufe im Leben dauerhaft wandeln. Es lohnt sich auf jeden Fall, solche Veränderungen mit positiver Einstellung, zum Wohle aller Familienmitglieder, anzunehmen. Deine Frau wird Dich dann sowohl als Vater, aber eben auch als Mann wahrnehmen, schätzen und lieben.

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