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Vater werden: Das musst Du vorab wissen

25. Mai 2020

Du wirst Vater und fragst Dich, wie du deiner Frau unter der Geburt wirklich helfen kannst? Hast Du Angst hilflos ihre Schmerzen mit anzusehen? Du sorgst dich keine Bindung zu Deinem kleinen Säugling aufbauen zu können oder wie Du ihn überhaupt richtig anfassen sollst?

Ich kann als Zweifachpapa, aus eigener Erfahrung sagen, dass mit der Geburt so einiges in Bewegung kommt. Bei mir sind auch viele Vaterthemen aus meiner Kindheit aktiviert worden. Gefühle und Emotionen, wie Angst oder Freude, Zweifel und Wut können sich dann im Wechsel zeigen.

Alte Themen und Verantwortung

Für uns Männer ist es oft eine große Herausforderung mit Emotionen und Gefühlen zurecht zu kommen. In dem Prozess des Vater werdens, wird Dir das deutlich werden und vielleicht hast Du es auch schon in Dir gespürt. Vielleicht hast du nicht gelernt mit deinen Emotionen angemessen umzugehen. Vielleicht war es ein Zeichen von Schwäche oder es gehörte sich nicht als Mann seine Gefühle auszuleben. Dadurch hast Du viele Emotionen, z.B. Wut oder Trauer bereits als Kind unterdrückt. Diese brauchen nun ein anderes Ventil und zeigen sich im Erwachsenenalter häufig in bestimmten angelernten Verhaltensweisen. Beispielsweise können sie im Suchtverhalten oder auch durch cholerische Anfälle zum Ausdruck kommen.

In der Begleitung Deines Sprößlings hilft Dir eine gute Mischung aus Verstand und Gefühl. Nun liegt es in Deiner Verantwortung Deines Kindes gegenüber, Deine alten Themen aufzuarbeiten. Ich weiß, dass ist nicht immer leicht für Dich. Dennoch möchte ich dich ermutigen, denn Deine Vaterthemen spiegeln sich schnell in der Beziehung zu Deinem Kind wider. Du hast spätestens jetzt die Chance, den Weg für Dich und Dein Kind, frei von alten Belastungen, zu ebnen.

Vaterrolle üben

Wir Väter können durch das Zusammensein mit unserem Kind unsere Rolle üben und mit der Zeit bekommen wir mehr Sicherheit im Umgang mit ihnen. Du kannst dich bei häufigen Wiederholungen, z.B. immer wiederkehrenden Konfliktsituationen mit deinem Kind, ehrlich selbst überprüfen, ob gewisse Verhaltensmuster deinen Werten von Kindererziehung entsprechen oder, ob es besser ist etwas zu verändern. Hierbei kannst du dich fragen: Handel ich aus meiner inneren Überzeugung heraus oder aufgrund alter Prägungen durch meine Eltern? Passt mein Verhalten nach Gefühl zu den Werten meiner Familie oder mache ich manche Dinge, weil ich diese so aus meiner Kindheit gewohnt bin oder es aus meiner Umgebung übernommen habe? Das hilft Dir, Dich selbst in Deiner Vaterrolle zu überprüfen und das Beste aus Dir rauszuholen.

Merle und ich haben uns schon vor der Geburt Werte für unsere Familie überlegt, die für uns wichtig sind. Ein sehr wichtiger Wert für mich ist z.B., dass ich meine Kinder nicht anschreien will.

Nach und nach kannst Du immer besser fühlen, was für Dich richtig oder falsch ist und schärfst dadurch Deine Intuition. So kannst Du dein Selbstvertrauen nachhaltig stärken.

Vater werden und Geburt

Ich kann Dir aus meiner Erfahrung sagen, dass noch kein Vater vom Himmel gefallen ist. Also hab Geduld mit Dir selbst!

Du hast die Möglichkeit an einem Geburtsvorbereitungskurs teilzunehmen. Hier wird auf Deine Fragen und Ängste eingegangen und Du lernst praktische Tipps zur Unterstützung Deiner Liebsten vor und während der Geburt. Sei Dir bewusst, dass Du in der heißen Phase der Geburt situativ genau das Richtige tun wirst, um Deine Partnerin zu unterstützen. Du kannst ihr die Hand bei den Wehen halten und ihr immer wieder gut zureden und Mut machen. Außerdem werdet ihr von einer Hebamme unterstützt, welche Dir genau sagen kann, was zu tun ist. Deine Partnerin kann die starken Schmerzen verkraften, ihr Körper ist darauf ausgelegt. Außerdem kommunizieren Frauen unter der Geburt sehr klar was sie gerade brauchen. Wenn das Baby schließlich da ist, ist die Freude so überschwänglich, dass sie genau weiß, dass es aller Anstrengung wert gewesen ist.

Hier noch ein wichtiger Tipp: Achte auch Du gut auf Deine Bedürfnisse unter der Geburt. Iss, trink und schlaf in Absprache mit deiner Patnerin! Und sage klar „Nein“, wenn irgendetwas deine Grenzen überschreitet, z.B. das Durchtrennen der Nabelschnur oder ähnliches.

Vater werden Du schaffst das

Merke: Kinder sind deutlich stabiler und flexibler, als wir Männer vorab oft denken. Du wirst durch die ständigen Wiederholungen von Abläufen immer sicherer im Umgang mit Deinem Kind.

Anfangs schlafen die Kleinen in der Regel noch recht viel und sind viel bei der Mutter. Wenn Du bestimmte Alltagsrituale mit Deinem Kind etablierst, z.B. ihm jeden Morgen nach dem Aufstehen ein paar Minuten etwas erzählst oder mit ihm in der Trage spazieren gehst, Wirst Du positiv überrascht sein, wie sich eure Bindung stärkt. Das stärkt wiederum Dein Selbstvertrauen und auch das Urvertrauen Deines Kindes. Babys „gehen nicht gleich kaputt“ und ihr könnt euch gemeinsam als Team einspielen. Wenn Dein Nachwuchs erst einmal angefangen hat auf Deine Handlungen zu reagieren, wirst Du merken, dass sehr viel Liebe von ihm zu Dir fließt.

In der Praxis hat sich, aus meiner Sicht, viel gemeinsamer Körperkontakt (nacktes Baby auf Deinem nackten Oberkörper) in den ersten 3 Monaten bewährt. Erzähl Deinem Kind ruhig viel, es wird Dich schon verstehen. Und sieh ihm aufmerksam zu, so könnt ihr euch sehr gut kennen und verstehen lernen.

Du kannst auch einen festen Termin zur Papa-Kind-Zeit ausrufen, bei welchem ihr einmal die Woche ganz bewusst etwas zusammen macht. Beispielsweise ein Babymassagekurs.

Dein Kind wird Dein Leben erst einmal völlig auf den Kopf stellen und es dauert bis zu einem Jahr, bis sich die neue Familienkonstellation stabilisiert hat. Gib Dir die Zeit, es lohnt sich auf jeden Fall.

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Bleib im väterlichen Flow!

Herzlich, Dein Dirk

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